Freitag, 22. Mai 2015

Ich sehe, dass du gehen musst. Und kann es nicht verstehen.


Als ich davon hörte, dass du vielleicht gehen könntest, habe ich mich gefreut. War erleichtert, dass es noch eine Chance gibt für dich. Du hast das verdient. 
Der gleiche Job, aber eine andere Stadt - was ist da schon dran. Nur du hattest Zweifel. Wolltest nicht gehen. Wegen mir, unserem Zuhause. Die neue Stadt ist keinen Katzensprung entfernt. Ich kann nicht einfach mal so bei dir an der Haustür klingeln, wenn du weg bist. Ich muss die Zähne zusammen beißen. Dachte, es wäre unglaublich leicht, dich gehen zu lassen.
Was muss, das muss.

Und jetzt ringe ich täglich um Fassung und vergieße meine Tränen nachts - weil ich mittlerweile realisiert habe, was es bedeutet, wenn du gehst.

Denn niemand kennt mich so gut wie du. So lange. Du hast mich aufgebaut, mitgeholfen, dass ich heute so bin, wie ich bin. Mich auf jedem Weg begleitet, mich unterstützt. Und an mich geglaubt - als es keiner mehr tat. Du warst und bist mein Anker, egal, was mir passiert ist. Ob ich nun 5 oder 19 bin, ob meine Probleme nun klein oder groß sind. Du nimmst mich immer noch mit der gleichen Liebe in den Arm. Bedingungslos. Und hilfst mir, wo du nur kannst. 

Ich habe das Ganze hier immer runter geredet.
Was muss, das muss.
Studenten müssen auch weg ziehen, wenn sie an eine Uni in einer anderen Stadt gehen. Leute gehen ins Ausland. 
Ich hab mir eingeredet, dass das ganz normal ist. Und dabei vergessen, dass ich ja gar nicht gehe.
Ich bleibe hier.
Und du gehst.

Und ich wünsche mir, nochmal ganz jung sein zu können. Ein Kind, ganz unbeschwert. Das wir nochmal ganz viel Zeit haben. Dass ich hier nicht jeden Tag verlebe, in dem Wissen, dass du bald fort bist. Unbewusst auf den Abschied warte.
Du bist nicht aus der Welt, ich weiß das. Und ich bin hier nicht allein, wenn du fort bist, das weiß ich auch. Aber wenn der stärkste und größte Anker sich aus dem Leben löst, ist das wie ein Erdrutsch.
Was mache ich jetzt, wo finde ich Halt.
Schwimme umher und suche nach dem Anker, der vielleicht genauso groß ist wie deiner. Will Ersatz. Aber den gibt es nicht. Nicht für dich.

Du bist alles für mich. Und im Moment habe ich keinen blassen Schimmer, wie ich es aushalten soll ohne dich. Sage mir immer wieder, dass du nicht aus der Welt bist. Und mir laufen wieder warme Tränen über das Gesicht, weil "nicht aus der Welt" so furchtbar kalt klingt. 
Ich hätte nicht gedacht, das mir das alles so weh tun würde. So schwer fallen würde. Eine Trennung, die sich irgendwann im Leben eines jeden Menschen vollzieht. Und doch ist es so anders. Denn anstatt dass ich mich löse, bereit bin, mich zu lösen, gehst du. Bevor ich die letzten Reste meines kindlichen Abschiedsschmerzes im Zuge des Erwachsenwerdens ablegen konnte. Ich fühle mich so furchtbar klein und verletzlich. Obwohl ich mein Leben doch schon selber lenke. Mich um meine Karriere kümmere, mein Glück verfolge.

Liebeskummer tut weh, das weiß ich. Aber wie viel stärker die bevorstehende Trennung zu dir schmerzt, erschüttert mich. Lässt mich fassungslos in meinem Bett sitzen und still weinen. 

Es dauert noch etwas, bis du gehst. Und trotzdem. Packt mein Herz schon jetzt seine Koffer und will mit dir mitreisen.
Aber was muss, das muss.

Kommentare :

  1. oh der text ist aber traurig...aber auch wunderschön und (was ich besonders liebe) sehr nachdenklich ;))

    allerliebste Grüße
    deine Limi ♥
    von BUNTGEFLUESTER

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  2. Wunderschöner Post, man sieht dass du dir viel Mühe gegeben hast! Mach weiter so :)
    Allgemein find ich deinen Blog super. Die Fotos sind wunderschön <3

    Liebste Grüße von Helena:
    http://letsmakeanewtomorrow.blogspot.de/

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