Samstag, 5. September 2015

Nachtgedanken


Ich bin ganz alleine hier mit mir. Ein Meer aus schwarz und weiß, schwarze Wellen, weißer Schaum. Es ist ganz dunkel hier an meinem Meer. Manchmal so dunkel, dass man nicht mal mehr den weißen Schaum sieht. Oder ein Glitzern des Wassers unterm Sternenhimmel.
Manchmal schlagen die Wellen so hoch, dass ich mich nicht mehr halten kann. Mitgerissen werde, in einen tiefen Strudel. Welle um Welle schlägt auf mich, drückt mich tiefer. Alles schwarz. Nur noch Rauschen und dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Ich will doch raus. Schlage um mich. Versuche, um Hilfe zu rufen.
Wasser dringt in meinen Hals, rinnt meine Kehle hinunter, es brennt, alles in mir zieht sich zusammen.
Ein paar Mal schlage ich noch um mich. Bis ich mich schließlich kraftlos umher spülen lasse durch mein schwarzes Meer. Die Augen geschlossen. Den Mund fest zusammen gepresst.

Wann kommt endlich wieder ein heller Gedanke?

Irgendwann, nach einer Zeit, die mir geradezu unendlich vorkommt, werde ich wieder an den Strand gespült. Ich fühle mich ausgelaugt. Es ist anstrengend, wenn man versucht, in der Dunkelheit zu sehen. Noch schwieriger wird es, wenn du versuchst, durch die Dunkelheit zu wandern. Auf der Suche nach einem hellen Fleck, irgendwo.

Manchmal ist mehr Schwarz im Leben. So viel schwarz, das man glaubt, nichts weißes mehr darin erkennen zu können. Aber irgendwo wird immer ein kleines Stückchen Licht sein, das auf dich wartet. Geduldig. Und während deiner Wanderung durch die Dunkelheit, durch all die dunklen Wellen, immer größer wird. Immer erreichbarer. Bis du schließlich da stehst, hinter dir all die dunklen Zeiten.

Und vor dir nur noch Glück.


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